NEWS 14.04.22

Als Direktor für Gesundheit und Soziales hat Philippe Demierre eine erste Bilanz seiner Tätigkeit gezogen und die Herausforderungen angekündigt, die im Jahr 2022 anstehen.

Von einer Krise in die nächste

Philippe Demierre trat sein Amt mitten in der OMICRON-Welle an, als der Kanton eine noch nie dagewesene Zahl von COVID-19-Ansteckungen verzeichnete und gleichzeitig seine Impfkampagne weiterführte. Er war daher von Beginn an unmittelbar mit der Bewältigung der Gesundheitskrise konfrontiert. Erste Sitzung mit der sanitarischen Task Force, angespannte Lage in den Pflegeheimen sowie im Testbereich, steigende Ansteckungszahlen, Anpassung der Impfregeln, Sitzungen mit den Kolleginnen und Kollegen der lateinischen Kantone – schon die ersten Tage gaben einen Vorgeschmack auf die kommenden Wochen.

Während sich die COVID-19-Krise im März abschwächte, zeichnete sich mit dem Krieg in der Ukraine bereits die nächste Krise im Asylbereich ab. Die Lehren aus der Pandemie, insbesondere die Erfahrung in der Zusammenarbeit mit verschiedenen internen und externen Partnern, ermöglichten es, rasch eine Ad-hoc-Organisation mit dem sofortigen Einsatz des Stabs Ulysse aufzubauen. Unter der Leitung des Vorstehers des Sozialamts sorgt der Stab Ulysse für das Krisenmanagement in den Bereichen Aufnahme, Unterbringung, Integration und Einschulung sowie für die Kontakte mit den verschiedenen privaten und öffentlichen Partnern. Mitte März wurde er in das kantonale Führungsorgan integriert. Die dringendste aktuelle Herausforderung besteht zweifellos darin, Unterbringungsmöglichkeiten zu finden, um die angekündigte Ankunftswelle bewältigen zu können.

Begegnungen mit dem Netzwerk und der Bevölkerung

Für den neuen Staatsrat war dieser Jahresbeginn auch geprägt von der Rückkehr zur Präsenzarbeit, von Begegnungen und von der Wiederaufnahme von Veranstaltungen. Die Treffen mit der Freiburger Bevölkerung – insbesondere mit Patientinnen und Patienten des HFR am Tag der Kranken, mit hundertjährigen Freiburgerinnen und Freiburgern sowie bei Besuchen in Test- und Impfzentren – ermöglichten es, Kontakte zu knüpfen und die Stimmung vor Ort aufzunehmen.

Der Beginn einer Legislaturperiode ist zudem günstig, um die Kontakte zu den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren des wichtigen Gesundheits- und Sozialnetzwerks des Kantons zu vertiefen: La Tuile, Banc public, Le Radeau und weitere Organisationen. Die alle zwei Jahre stattfindenden Assises du social ermöglichten den Austausch mit Fachpersonen aus den Tätigkeitsbereichen der Direktion für Gesundheit und Soziales. Ein Apéro für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sanitarischen Task Force, die in diesem Jahr bei der Direktion unter Vertrag standen, bot Gelegenheit, diesen zahlreichen Frauen und Männern im Hintergrund zu danken, die sich während der Gesundheitskrise engagiert haben.

Schliesslich waren auch die Gespräche mit jungen Menschen im Rahmen der partizipativen Workshops zur Konsultation der 18- bis 25-Jährigen besonders lehrreich.

Kommende Herausforderungen

Die Situation des HFR gehört zweifellos zu den dringendsten und komplexesten Dossiers, welche die Direktion für Gesundheit und Soziales seit Jahren beschäftigen und sie auch in den kommenden Monaten weiter fordern werden. Die erheblichen Verluste, die das freiburgische Spital in den letzten Jahren angehäuft hat, sowie die von den Dienststellen der Direktion vorgenommene Analyse der Lage führten im Dezember des vergangenen Jahres zur Vergabe eines Mandats an die Firma KPMG. Das Ziel ist klar: Dem Spital soll ermöglicht werden, diese schwierige Lage zu überwinden, strukturelle Lösungen zu finden und den Übergang zu einer effizienteren Führung zu unterstützen, damit seine Zukunftsfähigkeit gesichert werden kann.

Ein weiteres wichtiges Dossier betrifft die Ergänzungsleistungen für Familien, die an der Schnittstelle von Familien-, Sozial- und Wirtschaftspolitik stehen. Die Einführung solcher Leistungen für Familien entspricht einem Bedarf, der mit der Entwicklung sozialer Risiken zusammenhängt, mit denen Familien konfrontiert sind – insbesondere Langzeitarbeitslosigkeit, das Phänomen der Working Poor sowie Scheidungen.

Das Jahr 2022 wird zudem im Zeichen des neuen Sozialhilfegesetzes stehen, dessen Vernehmlassungsantworten derzeit analysiert werden, ebenso wie im Zeichen des DETTEC. Letzteres hat erhebliche Auswirkungen auf die Direktion für Gesundheit und Soziales, da dieses erste Paket die Bereiche familienergänzende Kinderbetreuung, Hilfe und Pflege zu Hause, Menschen mit Behinderungen sowie ältere Menschen in Pflegeheimen betrifft.

Schliesslich sind mehrere Berichte in Ausarbeitung, namentlich jener zur Familienpolitik sowie die Arbeiten zur Konkretisierung des Jugendförderungsplans, einschliesslich der Konsultation der Jugendlichen zur Zeit nach Covid.

Philippe Demierre,
Président du Conseil d'Etat

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